Fahrzeugwartung und -upgrades

Fahrzeugwartung und -upgrades

28. Mai 2022 Rally-Tagebuch 0

Kurz vor der Überführung des Mercedes konnte Dirk noch einen gebrauchten Dachkorb erwerben. Dieser ist essentiell für den Transport unseres Gepäcks und vor allem für den richtigen Rally-Look.

Die Überführung des Mercedes von der Küste nach Thüringen war die erste Probefahrt über 600 Kilometer. Da Uwe und ich mit zwei Fahrzeugen unterwegs waren, machten wir uns keine große Sorgen unser Ziel zu erreichen. Der Mercedes fuhr tadellos und wir mussten keine außerplanmäßigen Stopps einlegen. Lediglich die Auswirkungen des fehlenden Tempomaten sollte nicht lang auf sich warten lassen…

Als dann die Abenddämmerung einsetzte und Uwe die Hauptscheinwerfer einschaltete, schien weiter alles ok. Eine Stunde später klingelt plötzlich das Telefon… „Hey Frank, ich sehe den Tacho nicht – hier ist jetzt alles dunkel.“ Das war natürlich eine schlechte Ausgangslage kurz vor den direkt vor uns liegenden Geschwindigkeitsmessanlagen. Eine Kombination aus GPS vom Telefon und dem Vorausfahren mit dem zweiten Auto rettete uns vor zusätzlicher teurer Post. Die restliche Fahrt verlief reibungslos und wir sind gut an unserem Ziel angekommen.

Ohne sichtbare Geschwindigkeitsanzeige und Instrumentenbeleuchtung um die Ostsee zu fahren schien uns keine Option zu sein und es wäre sicher an der ein oder anderen Stelle auch ziemlich teuer. Das bewog uns dazu, an den darauffolgenden Tagen der Ursache der fehlenden Beleuchtung auf den Grund zu gehen. Uwe und ich haben kurzerhand den Tacho demontiert und uns Zugang zu allen anderen Instrumenten-Beleuchtungen verschafft. Die Ursachen Potentiometer des Tachos und defekte Glühlampen haben wir schnell ermittelt, bestellt und anschließend ausgetauscht.

Mit den Themen Karosserie, Motorentechnik und Getriebe haben wir nicht viel am Hut, deswegen haben wir auf Empfehlung einen Servicetermin bei Sauerbrei Performance in Erfurt vereinbart. Hier wurde der Mercedes auf Herz und Nieren überprüft, alle Zündkerzen, Flüssigkeiten, Öle und Filter wurden vorsorglich ausgetauscht. Marode Karosserieteile wurden geschweißt und Gummihalterungen ausgetauscht. Der Fertigstellungstermin verzögerte sich um einige Tage, da bei der Durchführung der Arbeiten mehrfach weitere kleinere Baustellen zu Tage traten. Dann war es endlich soweit: „Jungs, ihr könnt euren 124er abholen.“ Gesagt, getan, am nächsten Tag wurde der Mercedes abgeholt und für die weiteren Arbeiten vorbereitet.

Das Thema Nachtfahrt hat uns keine Ruhe gelassen. Verwöhnt von Bi-Xenon und LED-Scheinwerfern haben wir beschlossen, dass wir dem Mercedes Licht ans „Fahrrad“ machen müssen. Dirk war unterdessen bei dem Landwirtschaftsbetrieb seines Vertrauens und erzählte dort von unserer geplanten Rally und was aktuell noch an Herausforderungen auf uns zu kommt. Der Inhaber war von unserem Projekt direkt beindruckt und bot an, uns einen LED-Scheinwerfer inkl. Kabelsatz für den Dachaufbau zur Verfügung zu stellen. Außerdem könnten wir Leihweise seine Drohne verwenden, um schöne Aufnahmen aus der Luft zu machen. Wir waren baff.

An einem Sonntag telefonierte ich mit dem Inhaber der Fahrschule Weisheit. Ich erzählte ihm beiläufig, dass wir derzeitig eine Rally vorbereiten und noch einiges zu tun sei. Er fand die Idee super. Ich fragte ihn, ob wir seine Dashcam ausleihen könnten, welche ich vor einigen Monaten in sein Fahrzeug eingebaut hatte. Daraufhin schlug er vor, dass er eine Dashcam beschaffen würde und ich diese direkt im Mercedes integrieren kann. Nun war auch das Thema Dashcam erledigt.

Unabhängig von LED-Scheinwerfer und Dashcam hatten wir überlegt, wie wir die von uns mitgeführte Technik eigentlich jeden Tag laden / betreiben wollen. Der Mercedes hat eine 12-V-Buchse aber wir haben Endgeräte in noch unbekannter Anzahl. Wir waren uns sicher, dass wird nicht reichen. Außerdem war uns aufgefallen, dass die Klangqualität der 30 Jahre alten Lautsprecher vergleichbar mit einem Grammophon ist. Jeden Tag knapp 500 km Strecke mit der Klangqualität??? – niemals – Hier musste eine Lösung her und diese ist eher aktiv als passiv. Die Idee der 12-V-Unterverteilung war geboren. Dirk gab zu bedenken: „Jungs, nicht das wir dann mit einer leeren Batterie irgendwo stehen bleiben.“ Er hatte es noch nicht ganz ausgesprochen, da waren schon die notwendigen Teile und Kabelbäume bestellt. Ein Gehäuse hierfür haben wir später aus Holz gefertigt und fehlende Teile per 3D-Drucker gedruckt.

In der Zwischenzeit traf die Dashcam ein und Uwe und ich machten uns daran diese schnellstmöglich einzubauen.

Nach dem das erledigt war, steckten wir den Stecker in die Buchse des Zigarettenanzünders -> nichts. Auch die Messung mit dem Multimeter gab keine brauchbaren Ergebnisse. Nach dem wir uns die Kontakte genauer ansahen, wussten wir warum nichts passierte. Der Zigarettenanzünder wurde vor 30 Jahren vermutlich wirklich zum Zigaretten anzünden verwendet und war entsprechend korrodiert. Das müssen wir neu machen, sagte ich zu Uwe. Am nächsten Tag habe ich mich beim Mercedes Händler vor Ort vorgestellt und bat ihn den Zigarettenanzünder-Einsatz für den S124 zu bestellen. Der nette Kundenbetreuer schaute im System und sagte: „Ich habe ihn gefunden. Aber das Bauteil ist nicht mehr lieferbar – Stückzahl = 0.“

Plan B: Überholung des Aschenbecherfachs… ausbauen, aufbereiten und wieder einbauen.

In der Zwischenzeit haben wir zu den original Lautsprecheraufnahmen passende Lautsprecher mit Endstufe gefunden und auch einen passenden aktiven Subwoofer für die Montage unterm Sitz konnten wir ausfindig machen. Schließlich wollen wir die Musik im Auto während der langen Fahrt genießen können. Nach kurzer Abstimmung mit Dirk haben wir Lautsprecher und Subwoofer bestellt. Diese kamen einige Tage später an und wurden eingebaut. Der erste Soundcheck verlief positiv und das Ergebnis kann sich „hören“ lassen.

Was ist ein Mercedes S124 ohne seine elektrisch ausfahrbare Antenne? Kann man machen, muss man aber nicht. Leider funktionierte die elektrische Ausfahrfunktion der Antenne nicht. Die Messung mit dem Multimeter ergab, das alle erforderlichen Signale vom Auto vorhanden sind. Der Fehler liegt entsprechend bei der Antenne selbst. Eine erste Recherche bei Onlineplattformen offenbarte viele verfügbare und günstige Kopien aus China. Hiervon wurde uns jedoch aufgrund deren Haltbarkeit abgeraten. Die Suche nach gebrauchten Originalantennen offenbarte wenige und sehr teurere Ergebnisse. Das bewog Uwe und mich dazu unsere Antenne auszubauen, zu zerlegen und nach dem Fehler zu suchen. Nachdem wir die Antenne vollständig zerlegt, gereinigt, gefettet und wieder zusammengesetzt hatten, konnte man zumindest mechanisch alles wieder bewegen. Außerdem fiel uns ein freier Platz im Antennengehäuse auf, der sich bei genauerer Betrachtung als die Stelle für die Fixierung des fehlenden Elektromotors herausstellte. Die Prüfung der Ansteuerelektronik ergab keine Fehler. Zum Glück konnten wir noch einen einzelnen, 30 Jahre alten und gebrauchten original Motor zum Schnäppchenpreis von 50,- € erwerben. Diesen haben wir eingebaut und die Antenne wieder im Fahrzeug integriert und angeschlossen. Gespannt haben wir das Radio eingeschaltet, welches das Signal zum Ausfahren der Antenne liefert -> nichts. Als wir schon begannen zu fluchen, fuhr plötzlich die Antenne aus – die Elektronik benötigt anscheinend ein paar Sekunden Gedenkzeit.

In der Zwischenzeit wurde der LED-Scheinwerfer samt Kabelbaum geliefert. Uwes Aufgabe war die mechanische Befestigung am Dachgepäckträger und ich habe mich um den elektrischen Anschluss gekümmert.

Mit diesem Stand sind wir erstmal zufrieden und es drängen mittlerweile andere Aufgabenstellungen, wie beispielsweise die Rally-Beklebung des Fahrzeugs …

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